Beiträge vom September, 2009

Zeit für ZEIT

Sunday, 20. September 2009 13:28

Weiter geht es: Ich will lesen. Eigentlich ja online, denn so sehr es den Verlegern schadet, weil sie ihr veraltetes Medium retten wollen, anstatt neue Geschäftszweige zu erkunden, so sehr sind wir online auch noch nicht so weit, immer und überall gleichermaßen gut lesen zu können.

Mein Unvermögen, mir über die Höhen, Tiefen und Richtungen diverser Printmedien im Klaren zu sein – es beschränkt sich quasi auf ein “nicht die BILD” – treibt mich dann immer wieder zur ZEIT (die ich hier konsequent groß schreibe, um sie als ebendie Wochenzeitung von jener gefühlt kosmischen Urgröße abzuheben): Meine Mischung aus Niveau, das ich lesen mag und einer Art zu schreiben, die mich ablehnen lässt, ohne mich abzulehnen und die immer wieder neue Ideen und Einblicke liefert.

Einziger Nachteil: Um die ZEIT zu lesen, braucht man viel Zeit – mehr, als ich gemeinhin habe. Der tägliche Versuch eines geregelten Frühstücksablaufs inklusive Medienschau funktioniert nicht, wenn ich dabei eine Stunde lesen muss. Zu oft bleibt mir diese Stunde nicht und neben einer einzigen Zeitung will noch Anderes gelesen werden. Neuer Plan: Jeden Tag die interessantesten Artikel eines Abschnittes. Auch das wird nicht ganz klappen, aber vielleicht bringt es mich dem Ziel ein Stück näher. Vielleicht schaffe ich die ZEIT mal innerhalb einer Woche, um dann direkt mit der nächsten ZEIT fortfahren zu können. Vielleicht lerne ich dabei auch, eine Zeitung so zu halten, dass sie nicht in ihre Einzelteile zerfällt und ich gleichzeitig mehr Konzentration auf den Artikel als die einsetzenden Krämpfe aufwenden kann.

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Stadtkaffee

Sunday, 20. September 2009 13:24

Der Kaffee-zum-Mitnehmen ist mir heute etwas verunfallt.

Ich habe ganz verdrängt, dass wir zu Espresso-und-Derivat-Zeiten als “Kaffee” nur noch das vernachlässigte Gebräu aus der Verliererkanne bekommen und der moderne Mensch einen Amerikano bestellt; als stadtevolutionären Kompromiss zwischen Latte Macciato und dem althergebrachten Morgenverlegenhheitsgetränk deutscher Haushalte. Ich lerne und merke mir.

Normalerweise trinke ich eh den nativen Espresso beziehungsweise dessen magenfreundliche Milchschaumvariation “Cappuccino”.  Heute aber mal den Verliererkaffee aus einem Pappbecher, der mir verspricht: “Individueller Geschmack ist ein Grundrecht!” Dieser Geschmack ist mir allerdings zu individuell.

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Wien Flughafen, an einem Mittwochmorgen

Wednesday, 9. September 2009 8:51

Erster Pluspunkt für den Wiener Flughafen: Es gibt freies WLAN. In Deutschland, speziell Hannover und Berlin (SXF und TXL) ist mir das noch nicht begegnet und auch die Züricher wollen erstmal Kreditkartendaten haben. Hier kann ich während der Wartezeit auf den nächsten Flug einfach mal eine Runde surfen – oder bloggen.

Seit halb neun herrscht bei mir orangefarbene Flughafencafe-Atmosphäre. Bei einem Cappuccino – meine Verdienstbescheinigung habe ich ja schon pauschal hinterlegt – und angenehmer Hintergrundmusik. Zusätzlich untermalt vom vielsprachigen Gemurmel einer flughafentypischen Cafeausstattung. Ansonsten ist die Stimmung überwiegend müde. Wenn man als Nachteule um drei aufstehen muss, gibt es halt auch nicht signifikant mehr als drei Stunden Schlaf. Von zehn bis Mitternacht habe ich doch nur gedöst. Dafür werde ich heute Abend um so schneller einschlafen, wenn ich denn irgendwann das Bett finde. Konferenzmodus.

Fliegen wird unaufregend; ich bin irgendwo um den 30. Flug, aber eine Premiere gab es: Zum ersten Mal eine PilotIN! Und, wie ich bei Twitter schon schrieb: Das war der sanfteste Flug, den ich erlebt habe. Kaum Turbulenzen, sanfte Flugmanöver und eine Landung, von der fast nichts zu merken war. Im Vergleich zum Sprung auf den Brüsseler Flughafen möchte ich meinen, ich sei noch in der Luft. Mal sehen, wie der Anschlussflug wird.

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Die Farbe Rot

Sunday, 6. September 2009 19:32

In einem Anflug spontaner Abendgestaltung bin ich gestern gegen neun Uhr zu Jane ins Auto gesprungen und habe mich nach Dessau-Roßlau mitnehmen lassen. Dort fand das 12. Farbfest statt, in diesem Jahr in der Farbe Rot. Meine Eindrücke habe ich gestern schon sehr kurz als “Interessant” umschrieben. Dorthin sind sie letztendlich auch konvergiert.

Insgesamt herrschte natürlich Bauhaus-Atmosphäre, visuell war rot die vorherrschende Farbe, durchmischt von grünen Kontrapunkten. Mit Ausnahme der Toiletten, die waren ausschließlich grün. Anfangs dachte ich, dass die Farbe signifikant stimmungsbeinflussend sei, letztendlich war das aber nicht der Fall. Vielleicht fehlte auch nur der Vergleich.  An verschiedenen Stellen waren Sprüche an die Wände projiziert, aber es war zu voll, um eingehend darüber nachzudenken. Einige hätte ich gewiss getwittert, wenn meine Ausrüstung das zugelassen hätte.

Auditiv war das Konzept durchmischter; ich habe jedenfalls so ziemlich alles mal gehört. Der Disco-Raum war mir (jetzt kommt’s!) zu leise; oder zu unausgeglichen. Die Bässe waren massagefähig, aber im oberen Spektrum kam nicht viel. Möglicherweise ist mein Hörbereich aber auch noch nicht angepasst genug. Eigentich waren wir – jedenfalls die anderen beiden – aber wegen Winterspring da, die so ziemlich gegen Ende des Programms aufgetreten sind. Nicht meine Musik, aber auch kein Grund wegzulaufen. Leider konnten sie den spontanen Stromausfall nicht unplugged überbrücken, ansonsten aber eine Show, bei der ich mal gut abschalten konnte.

Ich hätte wohl insgesamt mehr Eindrücke mitgenommen, wenn es nicht so voll gewesen wäre. Andererseits leben Veranstalungen natürlich von Besuchern. Ein Balanceakt. Trotzdem finde ich es gut, da gewesen zu sein.

Noch eine Erkenntnis zum Schluss: Emos sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Einige waren unter ihren schwarzen Augenringen in Wirklichkeit pink.

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Kreativer Matsch

Wednesday, 2. September 2009 19:45

Irgendwie bin ich heute schon den ganzen Tag leicht neben der Spur und nur begrenzt bereit, das mit dem gestrigen Flower-Besuch in Verbindung zu bringen. Spontane, aber gar nicht irrelvante Veränderungen, von denen jedoch andere zuerst berichten müssen, tun nun ihr Übriges, um meinen Kopf zu beschäftigen.

Trotzdem ist das Gefühl interessant genug, um es hier zu beschreiben. Da zog also eine Welt an mir vorbei – vielleicht wurde sie auch an mir vorbeigezogen, so genau weiß man das ja nicht – hat mich wie immer mit ihren Eindrücken überladen und ich stand daneben und durfte beobachten und Ideen haben. Gar nicht mal so schlechte Ideen und einige Gedanken, die es wert sind, verfolgt zu werden (abgesehen von neben-der-spur bin ich heute auch noch ziemlich unspezifisch). Letztendlich war der Kopf noch fähig genug, einfache Arbeiten zu verrichten und ein paar Aufgaben abzuarbeiten sowie ein paar Dinge zu lesen.

Und nun stellt sich die Frage: wie verbuche ich diesen Tag? Ist es einer dieser Tage, an die man einen Haken macht, um sie im Archiv verstauben zu lassen? Oder sind die Ideen vielleicht doch so interessant, dass man häufiger solche Tage haben sollte? Und wie führt man sie herbei; wie vermeidet man sie? Ich bin hin- und hergerissen zwischen Bääääh und Juchuh.

Korrelationen zum heute gefühlt grauen Wetter sind übrigens ungeklärt.

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