Beitrags-Archiv für die Kategory 'Literatur'

Erlesenes 2015

Saturday, 30. July 2016 17:13

Dass er Ulysses auf der 2015er-Leseliste auftaucht, habe ich ja schon verraten. Die gute Nachricht: James Joyce ist nicht der einzige Autor, der mich beschäftigen durfte. Hätte das Jahr ein Motto gehabt, dann wohl dieses: “Terry Pratchett and Co.”

  • James Joyce: Ulysses1
  • Max Scharnigg: Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe
  • Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus
  • Timur Vermes: Er ist wieder da
  • Max Scharnigg: Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau
  • Neil Gaiman: American Gods2
  • Neil Gaiman: The Graveyard Book
  • Reif Larsen: The Selected Works of T. S. Spivet
  • Neil Gaiman: The Ocean at the End of the Lane
  • Doris Lessing: On Cats3
  • Terry Pratchett, Stephen Baxter: The Long Mars
  • Susan Cain: Quiet
  • Terry Patchett, Stephen Baxter: The Long Utopia
  • Terry Patchett, Stephen Baxter: The Long War4

Auch bei dieser Liste gilt: Bei Interesse und gleichzeitiger Anwesenheit diskutiere ich gern bei ausgewählten Getränken über das eine oder andere Buch.

  1. Ja, ich habe es wirklich vollständig gelesen. Außerdem unterliege ich ein wenig dem Stockholm-Syndrom: Man quält sich durch, aber hinterher war es schön. Ich würde es nochmal zum ersten Mal lesen. []
  2. Lest das Buch! Tut es jetzt! Und bald gibt es dazu ja einen Film im Kino … []
  3. “Miau.” (Gray Cat) []
  4. Ich habe die Reihenfolge versaut, aber sie waren trotzdem lesenswert. Auf der Liste steht noch The Long Cosmos. []

Thema: Lebensgefühl, Literatur | Kommentare (0) | Autor:

Erlesenes 2014

Tuesday, 10. February 2015 17:25

Nachdem Goodreads an Amazon verkauft wurde, habe ich mit den Reading Challenges aufgehört. Die geringere Zahl der Bücher hat aber andere Ursachen.

  • Jules Verne: Kerban, der Starrkopf
  • The Oatmeal: Woran Du erkennst, dass Deine Katze Deinen Tod plant1
  • Terry Pratchett: Raising Steam
  • Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Offenbarung2
  • Daniel Kahneman: Thinking, Fast and Slow
  • Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen
  • Silke Helfrich und Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.): Commons — Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat
  • Daniel Suarez: Kill Decision
  • Stephen Hawking & Leonard Mlodinow: Der große Entwurf3

Falls ihr Fragen zu einem der Bücher habt oder bei einem Kaffee darüber diskutieren wollt, hinterlasst einfach einen Kommentar.4

  1. Wir sind alle verloren! []
  2. Witzig. []
  3. Die Autoren schreiben: Masse verzerrt die Raumzeit, sodass der kürzeste Weg nun ein anderer ist. Ich frage mich, ob Gravitation überhaupt eine Kraft ist oder nicht vielmehr ein Effekt unserer dreidimensionalen Wahrnehmung vierdimensionaler Raumzeit. Was ist “geradeaus”? []
  4. Haben Sie öfter Déjá-vus? []

Thema: Lebensgefühl, Literatur | Kommentare (0) | Autor:

Erlesenes 2013

Tuesday, 10. February 2015 17:15

Gerade habe ich den Ulysses beendet — das ist doch ein guter Anlass, die Tradition der Leselisten fortzuführen.1

  • Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
  • Mark Twain: The Awful German Language
  • Terry Pratchett: Unseen Academicals (Discworld #37)
  • Richard David Precht: Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?2
  • Daniel Suarez: Daemon
  • Daniel Suarez: Freedom
  • Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher (Zamonien #4)
  • Jasper Fforde: The Well of Lost Plots (Thursday Next #3)
  • Arthur Conan: The Adventures of Sherlock Holmes (Sherlock Holmes #3)
  • Richard Mason: Us
  • Any Rand: Atlas Shrugged3
  • Jasper Fforde: Something Rotten (Thursday Next #4)4
  • Terry Pratchett, Stephen Baxter: The Long Earth
  • Derek Landy: The Maleficient Seven
  • Jonathan Swift: Gulliver’s Travels
  • Thomas Cathcart & Daniel Klein: Plato and Platypus Walk into a Bar5

Wie immer bin ich gern bereit, bei einem angemessenen Getränk über dieses oder jenes Buch zu reden.

  1. Damit wenigstens etwas in diesem Blog weiter geht. xD []
  2. Immer einer mehr … []
  3. Ich kann dem Objektivismus in der dort beschriebenen Form nicht vollständig zustimmen, aber hin und wieder möchte ich rufen: Da, guckt! []
  4. Die Thursday-Next-Serie kann ich nur empfehlen! []
  5. Philosophie-Witze mit Erklärung. []

Thema: Lebensgefühl, Literatur | Kommentare (0) | Autor:

Erlesenes 2012

Monday, 7. January 2013 21:54

Nach der Goodreads Challenge 2011 habe ich mir auch für das Jahr 2012 eine Anzahl Bücher zum Lesen vorgenommen und bin der Reading Challenge 2012 beigetreten. Von den 36 angepeilten Büchern habe ich nur 30 geschafft, die mir aber viel Freude bereitet haben.

Die Bücher des Jahres 2012 in chronologischer Reihenfolge zum Nachlesen:

Falls ihr Fragen zu einem der Bücher habt oder bei einem Kaffee darüber diskutieren wollt, hinterlasst einfach einen Kommentar.

In diesem Jahr geht es mit der Reading Challenge 2013 und einem Ziel von 30 Büchern weiter.

  1. Das hatte ich schon vor einer Weile begonnen und dann auch endlich mal beendet. []
  2. Nach 20 Jahren mal wieder … []
  3. empfehlenswert für alle, die Java programmieren (wollen)! []
  4. motiviert durch Jasper Fjordes Jane Eyre []
  5. darf jeder ruhig mal gelesen haben []
  6. dieses und die folgenden drei im Schweden-Urlaub :) []
  7. Das lesenswerte Drittel ist leider nicht zusammenhängend … []
  8. Snuff! []
  9. Teil 7. Die ersten sechs las ich im Sommer 2011. []
  10. Abschluss auf dem 29C3 []

Thema: Lebensgefühl, Literatur | Kommentare (2) | Autor:

Erlesenes 2011

Friday, 30. December 2011 16:42

Anfang des Jahres hat Goodreads die 2011 Reading Challenge gestartet. Der Deal: Zu Beginn des Jahres kann man angeben, wie viele Bücher man im Verlauf des Jahres lesen möchte. Auf der Startseite wird dann angezeigt, wie weit das Vorhaben ist und ob ein hypothetischer Zeitplan – davon ausgehend, dass  alle Bücher der gleichen Lesezeit bedürfen – eingehalten wird. Bei mir sieht das so aus.1

Ich habe Anfang des Jahres kurz überschlagen, wie viel ich 2010 lesen wollte und wie viel ich tatsächlich geschafft habe und mich mit mir auf durchschnittlich drei Bücher pro Monat geeinigt, die Challenge also auf 36 Bücher im Jahr 2011 gesetzt. Die habe ich  auch gerade so2 geschafft.

Hier mal die Bücher in Chronologischer Reihenfolge zum Nachlesen:

  • Nice Work (David Lodge)
  • A Tale of Two Cities (Charles Dickens)
  • Schweine und Elefanten (Helmut Krausser)
  • Könige über dem Ozean (Helmut Krausser)
  • The Book of Lost Things (John Connolly)
  • Der Schrecksenmeister (Walter Moers)
  • Anleitung zum Unglücklichsein (Paul Watzlawick)
  • The Case of Missing Books (Ian Sansom)
  • Einer flog über das Kuckucksnest (Ken Kesey)
  • Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens (Max Goldt)
  • Glenkill (Leonie Swann)
  • Durch einen Spiegel in einem dunklen Wort (Jostein Gaarder)
  • Der Fall Jane Eyre (Jasper Fjorde)
  • Crime and Punishment (Fyodor Dostoyevsky)3
  • Die Känguru-Chroniken (Marc-Uwe Kling)
  • Das Kartengeheimnis (Jostein Gaarder)
  • Küßchen Küßchen (Roald Dahl)
  • God Hates Us All (Hank Moody)4
  • The Emperor’s New Mind (Roger Penrose)
  • Empört Euch! (Stéphane Hessel)
  • Grünschnabel (Monica Cantieni)
  • The Gun Seller (Hugh Laurie)5
  • Was davor geschah (Martin Mosebach)
  • Solaris (Stanisław Lem)
  • Alice’s Adventures in Wonderland & Through the Looking Glass (Lewis Caroll)
  • The Great Gatsby (F. Scott Fitzgerald)
  • I Shall Wear Midnight, Discworld #38 (Terry Pratchett)
  • Skuldeggery Pleasant, Skuldeggery Pleasant #1 (Derek Landy)
  • Playing with Fire, Skuldeggery Pleasant #2 (Derek Landy)
  • The Faceless Ones, Skuldeggery Pleasant #3 (Derek Landy)
  • Dark Days, Skuldeggery Pleasant #4 (Derek Landy)
  • Mortal Coil, Skuldeggery Pleasant #5 (Derek Landy)
  • Death Bringer, Skuldeggery Pleasant #6 (Derek Landy)6
  • Traumnovelle (Arthur Schnitzler)
  • Faust: Erster und zweiter Teil (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Lolita (Vladimir Nabokov)
  • Der futurologische Kongress (Stanisław Lem)
  • Sterntagebücher (Stanisław Lem)

Das waren sie. Falls ihr Fragen zu einem der Bücher habt oder bei einem Kaffee darüber diskutieren wollt, hinterlasst einfach einen Kommentar.

Erkenntnis für mich: Das ist ziemlich genau die Zahl Bücher, die ich gut und gern lese. Falls es 2012 wieder eine Challenge gibt, werde ich die Gelegenheit nutzen, mich damit zum Lesen zu animieren und dabei zu bleiben. Ansonsten lässt sich das ja auch selbst organisieren.

  1. Mir wurde mal von einer 500-seitigen Dissertation eines Philosophen berichtet, die sich ausschließlich mit Bezugswörtern in Link-Bezeichnungen beschäftigt. Nur so am Rande. []
  2. mit 38 Büchern []
  3. Der deutsche Titel der alten deutschen Übersetzung ist Schuld und Sühne []
  4. Hank Moody ist der  Protagonist der Serie Californication und dieses Buch ist Teil der Handlung, der Autor existiert also nicht wirklich. Trotzdem interessant, dass man das Buch erwerben kann. []
  5. Ja, Dr. House. Wer den Humor mag, sollte das Buch unbedingt lesen! []
  6. Muss ich noch dazu schreiben, dass mir die Bücher ebenfalls sehr gut gefallen haben? ;) []

Thema: Erlebtes, Lebensgefühl, Literatur | Kommentare (3) | Autor:

Welche Schreibmaschine benutzt Hank Moody?

Thursday, 9. December 2010 23:01

Gerade sehe ich, dass jemand mit der Google-Anfrage “hank moodys schreibmaschine” auf meinem Blog landete – da war ich ja selbst mal gespannt.

Ein wenig musste ich suchen, insbesondere die deutschen Seiten haben mich nicht weitergebracht. In den Weiten des englischsprachigen WWW wurde ich dann schließlich fündig: Es handelt sich wohl um eine IBM Selectric II. Direkt prüfen kann ich das nicht, die Abbildung deckt sich aber mit dem, was in der Serie zu sehen ist.

In diesem Sinne: Moody Writing!

Thema: Literatur | Kommentare (3) | Autor:

Sprachlos

Saturday, 2. January 2010 20:07

Irgendwie bin ich gerade, so rein blogtechnisch, ein wenig sprachlos. Quasi eine lang anhaltende Montagmorgenstimmung. Über Ursachen werde ich nicht spekulieren; dass zu wenig los ist, kann ich eigentlich nicht behaupten. Aber im Strudel der Themen hat sich außer Fetzen und Fragmenten nicht viel an die Oberfläche gewagt.

Im Konzept klafft noch eine Lücke zwischen den 140 Zeichen für Twitter und dem Anspruch eines Blogeintrags. Und rein technisch hab ich mein Notizbuch zu selten dabei und noch immer kein Cafe, in dem ich schreiben mag.

Dafür bin ich wieder lesewütiger und auch bei Goodreads zu finden. Und hinter dem Stapel Bücher, der demnächst gelesen werden möchte.

Thema: Gedanken, Lebensgefühl, Literatur | Kommentare (4) | Autor:

Verblendung

Saturday, 7. November 2009 19:29

Am Anfang stand – wie so oft – die Idee, einfach nur mal wieder ins Kino zu gehen. Während der Arbeitswoche komme ich selten dazu, weil ich zu Zeiten, zu denen Filme starten, oft noch im Büro sitze oder andere Termine habe und die Magdeburger Filmlandschaft Spätvorstellungen nur noch an sehr ausgewählten Tagen zu Verfügung stellt. Ein Samstagabend zur Spätvorstellungszeit hielt dann für den Kinobesuch her.

Das Angebot der Filme wirft mich schon lange nicht mehr um, aber hier und da ist etwas dabei, das spannend ist oder das ich mag, weil es in irgendeiner Form Fiktion ist, die ich mir gern anschaue. In diesem Fall hatte jedoch schon vorher etwas komplett anderes meine Aufmerksamkeit erregt. Der Film “Verblendung” wurde sehr reißerisch angekündigt, die Vorschau versprach trotzdem einen interessanten Inhalt.

Zunächst konnte ich mich gar nicht entscheiden, ob ich die Romanvorlage von Stieg Larsson lesen oder doch den Film schauen sollte. Also wurde das allesbeinhaltende Weltnetz befragt – wenn auch nur in sehr kleinen Stichproben. Auf der Krimi-Couch gab es eine sehr mäßige Kritik zum Buch: Ein Rahmen, der nicht so recht zur eigentlichen Geschichte passt, Fehler im Aufbau der Geschichte, langatmig und letztendlich “nicht sonderlich originell”. Angesichts meine Stapels noch zu lesender Bücher also eher kein Zuwachs. Wesentlich freundlicher bis hin zu romantisch waren da eher die Beschreibungen des Films*, den man nach Meinung einiger Blog-Autorinnen unbedingt sehen muss. Mit der Alternative “Final Destination 4”, die mich maximal wegen des Untertitels “Rest in pieces” zum Schmunzeln bringt, war die Wahl getroffen. “Verblendung” in einer Samstagkinospätvorstellung.

Den Inhalt des Films möchte ich an dieser Stelle nicht wiedergeben, dafür gibt es genügend andere Quellen, z.B. Wikipedia.

Ich empfand den Beginn des Films als sehr seicht. Es passiert nichts, was nicht auch in anderen Filmen schon verarbeitet wurde: Verlorener Prozess, Karrierezweifel, Auszeit, hingeworfene Arbeit, enttäuschte Kollegen. Der Protagonist Mikael Blomkvist wird recht typisch eingeführt. Auch Lisbeth Salander, die zweite Hauptfigur, wird krass, aber nicht ungewöhnlich beschrieben. Wie sehr ihre Vorgeschichte zur Geschichte des Films passt, zeigt sich erst langsam und wird so recht erst im Nachhinein bewusst. Die fehlenden Zusammenhänge haben mich während des Films öfter zu der Frage gebracht, warum diese oder jene Szene überhaupt vorhanden ist oder so umfangreich dargestellt wurde.

Vordergründig geht es darum, einen Mordfall aufzuklären, der Jahrzehnte zurückliegen soll. Bei der Recherche kommt eine Reihe von sexuell motivierten Morden ans Tageslicht und neben gar unfriedlichen Familienverhältnissen werden schlussendlich auch die Schuldigen ausgemacht. Alles in feiner Krimimanier mit Verwechslungen, Unsicherheiten, einem Happy-End in letzter Minute und bösem Ende für die Übeltäter.

Hintergründig beschäftigt sich der Film so intensiv mit den Themen Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, dass ich fast autobiographische Hintergründe unterstellen mag. Lisbeth Salander erlebt selbst im Film eine sehr brutale Vergewaltigung, deren Darstellung ich auch unter dem Argument künstlerischer Schockwirkung extrem empfand, für die sie sich nicht weniger brutal und sehr nachhaltig rächt. Insgesamt ist Lisbeth Salander ein sehr intelligenter, aber auch sehr unverstandener und getriebener Charakter. Ihre Erfahrungen motivieren sie dann wohl auch dazu, in den Fall einzusteigen.

Mit Fortschreiten der Handlung entwickelt sich zwischen den Hauptcharakteren ein Verhältnis, das einerseits Anziehung, andererseits aber auch massive Angst voreinander und vor einer Abhängigkeit wiederspiegelt. Da trifft der romantisch verträumte Journalist auf eine verschlossene, eiskalt erscheinende und nur punktuell verfügbare Hackerin mit gewalttätig verstörter Kindheit, die sich an ihn heranlässt, ohne dass er dabei etwas nehmen könnte. Leider ist das auch alles, was der Film aus dem Verhältnis gemacht hat. Das Ausmalen der Möglichkeiten, Konsequenzen und innerer Handlungen der jeweiligen Charaktere bleibt dem Zuschauer als Hausaufgabe überlassen, dabei hätte das sehr gut in den Film hineingepasst. Vielleicht spricht mich dieser Aspekt aber auch nur deshalb so sehr an, weil er mich an persönliche Erfahrungen erinnert.**

Der Film hat, wie oben schon erwähnt, ein Happy End. Eines, das mich verwirrt hat, weil ich bis jetzt noch nicht entscheiden konnte, ob einfach nur ein schönes Ende her musste, oder ob die Figur der Lisbeth Salander letztendlich doch nur aus stereotypen Vorurteilen zusammengesetzt wurde. Ihr Wandel, auch wenn er nur angedeutet wird, schwingt sehr die Moralkeule. Ein wenig Lisbeth bleibt, aber letztendlich verschwindet die Figur, wie sie war und wird durch eine neue ersetzt. Flucht aus der ungeliebten Existenz oder ein moralischer Sieg? Dieser würde den Film entwerten, der doch die ganze Zeit dargestellt hat, warum es diesen moralischen Sieg eben nicht geben kann.

“Verblendung” muss man sich anschauen, um den Film anschließend mit Kenntnis aller Teile noch einmal zusammenzusetzen. Dann regt er zum Nachdenken an. Genau dazu ist der Abspann auch sehr gut geeignet***, der insbesondere mit der musikalischen Untermalung nicht versucht, Aufmerksamkeit zu erheischen, sondern eine fast meditative Stimmung verbreitet.

Wer jetzt eine Empfehlung sucht, muss leider enttäuscht werden. Ich bereue es nicht, den Film gesehen zu haben – im Gegenteil konnte ich sehr viel darüber nachdenken. Aber es fällt mir ebenso schwer, ihn als guten Film darzustellen. Auf jeden Fall etwas anderes als Popcorn-Kino, und schon allein deshalb sollte es mehr Filme dieser Art geben. ****

* Offenbar habe ich trotzdem keine so ernst genommen, dass ich irgendeinen Link abgespeichert habe. Meine Sammlung schweigt diesbezüglich und kann sich nur an die Buchkritik erinnern.

** Bevor jemand spekuliert: Die Erinnerung geht um drei Ecken und hat nichts mit irgendeiner Form von Vergewaltigung zu tun.

*** Wenn nicht eine halbe Minute vor Ende des Abspanns ein Kinomitarbeiter hereinkommt, den Ton ausstellt und fragt, ob er denn die Tiefgarage abschliessen koenne. Ich hoffe, das passiert mir nicht noch einmal.

**** Der Film gehört zur Reihe der Millenium-Trilogie, der nächste Teil kommt wohl im Februar 2010.

Thema: Erlebtes, Literatur | Kommentare (1) | Autor:

Déjà-vu – aber woher?

Sunday, 11. October 2009 20:26

Ursprünglich sollte der Titel anders lauten. Ursprünglich wollte von einem unerwarteten Zusammenhang schreiben, nämlich in Form zweier gleicher Zeilen in völlig unterschiedlichen Gedichten.

Das erste ist die Dichtung Die Unsterblichen aus Hesses Steppenwolf, die dem Protagonisten in den Sinn kommt, während er auf seine Geliebte wartet. Die dritte Zeile der zweiten Strophe – “Kennen keine Tage, keine Stunden” – hat eine spontane Assoziation hervorgerufen.

Das zweite Gedicht … ist inzwischen unwichtig. Denn dort hat die Zeile zwar die gleiche Struktur, jedoch eine gänzlich andere Bedeutung.

Das ist einerseits gut, denn die Verbindung hat mich verwirrt. Ein Zusammenhang wäre interessant, aber auch sinnverkehrend. Andererseits stehe ich nun mit einem offenen Déjà-vu da. Woher kenne ich die Zeile? Oder das Gedicht?

Den Steppenwolf zu lesen kann ich im übrigen empfehlen, wenngleich ich die Warnung am Anfang unterstreiche: Nur für Verrückte!

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: