Déjà-vu – aber woher?

Sunday, 11. October 2009 20:26

Ursprünglich sollte der Titel anders lauten. Ursprünglich wollte von einem unerwarteten Zusammenhang schreiben, nämlich in Form zweier gleicher Zeilen in völlig unterschiedlichen Gedichten.

Das erste ist die Dichtung Die Unsterblichen aus Hesses Steppenwolf, die dem Protagonisten in den Sinn kommt, während er auf seine Geliebte wartet. Die dritte Zeile der zweiten Strophe – “Kennen keine Tage, keine Stunden” – hat eine spontane Assoziation hervorgerufen.

Das zweite Gedicht … ist inzwischen unwichtig. Denn dort hat die Zeile zwar die gleiche Struktur, jedoch eine gänzlich andere Bedeutung.

Das ist einerseits gut, denn die Verbindung hat mich verwirrt. Ein Zusammenhang wäre interessant, aber auch sinnverkehrend. Andererseits stehe ich nun mit einem offenen Déjà-vu da. Woher kenne ich die Zeile? Oder das Gedicht?

Den Steppenwolf zu lesen kann ich im übrigen empfehlen, wenngleich ich die Warnung am Anfang unterstreiche: Nur für Verrückte!

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Zeit für ZEIT

Sunday, 20. September 2009 13:28

Weiter geht es: Ich will lesen. Eigentlich ja online, denn so sehr es den Verlegern schadet, weil sie ihr veraltetes Medium retten wollen, anstatt neue Geschäftszweige zu erkunden, so sehr sind wir online auch noch nicht so weit, immer und überall gleichermaßen gut lesen zu können.

Mein Unvermögen, mir über die Höhen, Tiefen und Richtungen diverser Printmedien im Klaren zu sein – es beschränkt sich quasi auf ein “nicht die BILD” – treibt mich dann immer wieder zur ZEIT (die ich hier konsequent groß schreibe, um sie als ebendie Wochenzeitung von jener gefühlt kosmischen Urgröße abzuheben): Meine Mischung aus Niveau, das ich lesen mag und einer Art zu schreiben, die mich ablehnen lässt, ohne mich abzulehnen und die immer wieder neue Ideen und Einblicke liefert.

Einziger Nachteil: Um die ZEIT zu lesen, braucht man viel Zeit – mehr, als ich gemeinhin habe. Der tägliche Versuch eines geregelten Frühstücksablaufs inklusive Medienschau funktioniert nicht, wenn ich dabei eine Stunde lesen muss. Zu oft bleibt mir diese Stunde nicht und neben einer einzigen Zeitung will noch Anderes gelesen werden. Neuer Plan: Jeden Tag die interessantesten Artikel eines Abschnittes. Auch das wird nicht ganz klappen, aber vielleicht bringt es mich dem Ziel ein Stück näher. Vielleicht schaffe ich die ZEIT mal innerhalb einer Woche, um dann direkt mit der nächsten ZEIT fortfahren zu können. Vielleicht lerne ich dabei auch, eine Zeitung so zu halten, dass sie nicht in ihre Einzelteile zerfällt und ich gleichzeitig mehr Konzentration auf den Artikel als die einsetzenden Krämpfe aufwenden kann.

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Stadtkaffee

Sunday, 20. September 2009 13:24

Der Kaffee-zum-Mitnehmen ist mir heute etwas verunfallt.

Ich habe ganz verdrängt, dass wir zu Espresso-und-Derivat-Zeiten als “Kaffee” nur noch das vernachlässigte Gebräu aus der Verliererkanne bekommen und der moderne Mensch einen Amerikano bestellt; als stadtevolutionären Kompromiss zwischen Latte Macciato und dem althergebrachten Morgenverlegenhheitsgetränk deutscher Haushalte. Ich lerne und merke mir.

Normalerweise trinke ich eh den nativen Espresso beziehungsweise dessen magenfreundliche Milchschaumvariation “Cappuccino”.  Heute aber mal den Verliererkaffee aus einem Pappbecher, der mir verspricht: “Individueller Geschmack ist ein Grundrecht!” Dieser Geschmack ist mir allerdings zu individuell.

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Wien Flughafen, an einem Mittwochmorgen

Wednesday, 9. September 2009 8:51

Erster Pluspunkt für den Wiener Flughafen: Es gibt freies WLAN. In Deutschland, speziell Hannover und Berlin (SXF und TXL) ist mir das noch nicht begegnet und auch die Züricher wollen erstmal Kreditkartendaten haben. Hier kann ich während der Wartezeit auf den nächsten Flug einfach mal eine Runde surfen – oder bloggen.

Seit halb neun herrscht bei mir orangefarbene Flughafencafe-Atmosphäre. Bei einem Cappuccino – meine Verdienstbescheinigung habe ich ja schon pauschal hinterlegt – und angenehmer Hintergrundmusik. Zusätzlich untermalt vom vielsprachigen Gemurmel einer flughafentypischen Cafeausstattung. Ansonsten ist die Stimmung überwiegend müde. Wenn man als Nachteule um drei aufstehen muss, gibt es halt auch nicht signifikant mehr als drei Stunden Schlaf. Von zehn bis Mitternacht habe ich doch nur gedöst. Dafür werde ich heute Abend um so schneller einschlafen, wenn ich denn irgendwann das Bett finde. Konferenzmodus.

Fliegen wird unaufregend; ich bin irgendwo um den 30. Flug, aber eine Premiere gab es: Zum ersten Mal eine PilotIN! Und, wie ich bei Twitter schon schrieb: Das war der sanfteste Flug, den ich erlebt habe. Kaum Turbulenzen, sanfte Flugmanöver und eine Landung, von der fast nichts zu merken war. Im Vergleich zum Sprung auf den Brüsseler Flughafen möchte ich meinen, ich sei noch in der Luft. Mal sehen, wie der Anschlussflug wird.

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Die Farbe Rot

Sunday, 6. September 2009 19:32

In einem Anflug spontaner Abendgestaltung bin ich gestern gegen neun Uhr zu Jane ins Auto gesprungen und habe mich nach Dessau-Roßlau mitnehmen lassen. Dort fand das 12. Farbfest statt, in diesem Jahr in der Farbe Rot. Meine Eindrücke habe ich gestern schon sehr kurz als “Interessant” umschrieben. Dorthin sind sie letztendlich auch konvergiert.

Insgesamt herrschte natürlich Bauhaus-Atmosphäre, visuell war rot die vorherrschende Farbe, durschmischt von grünen Kontrapunkten. Mit Ausnahme der Toiletten, die waren ausschließlich grün. Anfangs dachte ich, dass die Farbe signifikant stimmungsbeinflussend sei, letztendlich war das aber nicht der Fall. Vielleicht fehlte auch nur der Vergleich.  An verschiedenen Stellen waren Sprüche an die Wände projiziert, aber es war zu voll, um eingehend darüber nachzudenken. Einige hätte ich gewiss getwittert, wenn meine Ausrüstung das zugelassen hätte.

Auditiv war das Konzept durchmischter; ich habe jedenfalls so ziemlich alles mal gehört. Der Disco-Raum war mir (jetzt kommt’s!) zu leise; oder zu unausgeglichen. Die Bässe waren massagefähig, aber im oberen Spektrum kam nicht viel. Möglicherweise ist mein Hörbereich aber auch noch nicht angepasst genug. Eigentich waren wir – jedenfalls die anderen beiden – aber wegen Winterspring da, die so ziemlich gegen Ende des Programms aufgetreten sind. Nicht meine Musik, aber auch kein Grund wegzulaufen. Leider konnten sie den spontanen Stromausfall nicht unplugged überbrücken, ansonsten aber eine Show, bei der ich mal gut abschalten konnte.

Ich hätte wohl insgesamt mehr Eindrücke mitgenommen, wenn es nicht so voll gewesen wäre. Andererseits leben Veranstalungen natürlich von Besuchern. Ein Balanceakt. Trotzdem finde ich es gut, da gewesen zu sein.

Noch eine Erkenntnis zum Schluss: Emos sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Einige waren unter ihren schwarzen Augenringen in Wirklichkeit pink.

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Kreativer Matsch

Wednesday, 2. September 2009 19:45

Irgendwie bin ich heute schon den ganzen Tag leicht neben der Spur und nur begrenzt bereit, das mit dem gestrigen Flower-Besuch in Verbindung zu bringen. Spontane, aber gar nicht irrelvante Veränderungen, von denen jedoch andere zuerst berichten müssen, tun nun ihr Übriges, um meinen Kopf zu beschäftigen.

Trotzdem ist das Gefühl interessant genug, um es hier zu beschreiben. Da zog also eine Welt an mir vorbei – vielleicht wurde sie auch an mir vorbeigezogen, so genau weiß man das ja nicht – hat mich wie immer mit ihren Eindrücken überladen und ich stand daneben und durfte beobachten und Ideen haben. Gar nicht mal so schlechte Ideen und einige Gedanken, die es wert sind, verfolgt zu werden (abgesehen von neben-der-spur bin ich heute auch noch ziemlich unspezifisch). Letztendlich war der Kopf noch fähig genug, einfache Arbeiten zu verrichten und ein paar Aufgaben abzuarbeiten sowie ein paar Dinge zu lesen.

Und nun stellt sich die Frage: wie verbuche ich diesen Tag? Ist es einer dieser Tage, an die man einen Haken macht, um sie im Archiv verstauben zu lassen? Oder sind die Ideen vielleicht doch so interessant, dass man häufiger solche Tage haben sollte? Und wie führt man sie herbei; wie vermeidet man sie? Ich bin hin- und hergerissen zwischen Bääääh und Juchuh.

Korrelationen zum heute gefühlt grauen Wetter sind übrigens ungeklärt.

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Reload

Sunday, 30. August 2009 17:57

Das Theme ist erstmal provisorisch eingerichtet; der Kompromiss zwischen dem, was ich haben möchte und dem, was ich bekommen kann. Trotzdem besser als der WP-Standard.

Damit ist diese Seite dann offiziell freigegeben und über die bekannte Adresse erreichbar, also auch ein Ersatz für die alte und ungepflegte Homepage.

Sekt gibt es später. Jetzt ist Kaffeezeit!

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Gedankenlos

Friday, 28. August 2009 0:21

Eine meiner großen Schwächen: Die Unfähigkeit, nicht nachzudenken. ich grüble ständig. Morgens nach dem Aufwachen darüber, was den Tag lebenswert macht, tagsüber sind die Dinge, die mich bewegen oder gelöst werden wollen und Abends ist es Zeit, die Eindrücke des zu verarbeiten. Nachts wird dann geträumt. Jede Idee muss ausgebreiten, gewendet, geprüft und bewertet werden. Vergessen ist schwer, fast unmöglich.

Und dann gibt es die wenigen Dinge, die mich vom grübeln abhalten: Kunst, insbesondere gute Musik, ein gutes Buch oder ein ansprechender Film, Sex und Sport. An dieser Stelle offenbart sich die Macht des Autors über den Leser. Es geht nämlich um den Sport, konkret ums Schwimmen.

Ich mag Sport eigentlich nicht besonders, weil er den Körper auslaugt, müde macht und auf so fiese Art Grenzen aufzeigt, die sich nur mit viel Mühe ausdehnen, jedoch niemals abschaffen lassen. Das macht klein und unbedeutend und dieses Gefühl mag ich nur, wenn ich dabei in einen Sternenhimmel blicken darf. Trotzdem: ich kann abschalten. Einfach stur weiterschwimmen und nichts weiter verfolgen, als den stetigen Rhythmus des Atmens und der Bewegung. Einzig der Beckenrand kann hierbei noch unterbrechen.

Und tief unten in einer ganz dunklen Ecke lauert die Vermutung, dass ich mich der Quälerei nur deshalb hingebe.

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Nochmal; diesmal anders.

Wednesday, 26. August 2009 23:05

Noch so ein Blog. Nicht mein erstes, nicht mein einziges und wohl auch nicht mein letztes. Ein bisschen geschrieben habe  ich ja schon immer, nun tu ich das mal wieder etwas öffentlicher.

Gerade bin ich schreibwütig. Nicht nur heute – das ist kein Grund für ein Blog. Schon seit einer Weile, deshalb fange ich jetzt einfach an. Ewig werde ich es aber nicht bleiben. Wechselnde Prioritäten sind eine meine Konstanten. Das wird dieses Blog treffen, ebenso wie viele andere Dinge.

Was hier steht, ist persönlich. Nicht privat, nicht ungefiltert, aber es wird mich betreffen. Egozentrisch und mit authentischen Metaphern. Das meiste sind wohl Blog-Texte. Was die Schreibmaschine auf das Papier hämmert, steht nicht im Internet. Aber eventuell wird es mal abgetippt. Ein Exklusivitätsbonus. Vielleicht auf eine Abwertung der Schreibmaschine. Und dann gibt es noch das, was in meinem Notizbuch steht. Wer das lesen will, muss meinen Dachboden ausräumen, wenn ich nichts mehr dagegen tun kann, oder mit mir zusammen alt werden. Für alle anderen gibt es dieses Blog.

Der Titel drückt aus, was das Schreiben gerade ist: Eine Sucht. Das exhibistionistische Verlangen, die eigenen Gedanken herauszulassen, in die Welt zu tragen und sie damit zu beschäftigen. Sperrmüll, der vor die Tür getragen wird. Aber vorsichtig – andere mögen Schätze darin finden. “Ich schreibe für mich” ist eine Ausrede. Öffentlich schreibt niemand für sich. Das hier ist für die Welt.

Mögen die Spiele beginnen!

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